Faule Urlaubsvertretung - Wie würden Sie entscheiden?


Petra ist besorgt, obwohl sie sich doch eigentlich freuen sollte. Spät im Jahr, aber doch noch, hat sie sich ihren zweiten Urlaub dieses Jahres redlich verdient. „Zwei Wochen Wellness-Hotel – Verwöhnen pur! Ich beneide dich“, seufzt ihre Kollegin Amy. „Einerseits freue ich mich auch darauf“, antwortet Petra. „Auf der anderen Seite habe ich aber die Befürchtung, es kommt alles so wie nach meinem Urlaub im Frühjahr. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich wegfahren soll.“ – „Natürlich fährst du! Du brauchst die Erholung!“ entgegnet Amy entrüstet.
„Machst du dir Sorgen wegen Martha?“ – „Ja, das ist es“, sagt Petra. „Beim letzten Mal, als sie meine Urlaubsvertretung gemacht hat, hat sie wirklich nur das Allerwichtigste erledigt. Alles andere, Ablage, E-Mails, Post, Korrespondenz, ist liegen geblieben, sofern es nicht brandeilig war. Eine Woche nach meinem Urlaub hatte ich das Gefühl, schon wieder dringend Erholung zu brauchen, weil ich all das Liegengebliebene zusätzlich zum Tagesgeschäft aufarbeiten musste.“

„Grundsätzlich ist Marthas Chef aber doch ganz zufrieden mit ihr, oder täusche ich mich?“, fragt Amy. „Ja, das ist schon richtig. In ihrem Bereich arbeitet sie auch schnell  und zuverlässig. Und auch mein Chef war ganz angetan von ihr, als sie mich vertreten hat. Seine dringenden Angelegenheiten hat sie ja alle prompt und gut erledigt. Was aber alles für mich nach dem Urlaub liegen geblieben ist, das hat er gar nicht mitgekriegt! Irgendwie habe ich den Eindruck, sie empfindet es als Zumutung, als Urlaubsvertretung eingesetzt zu werden“,
antwortet Petra etwas ratlos. „Aber das machen wir doch alle“, meint Amy empört. „Hast du ihr eigentlich gesagt, dass es so, wie es das letzte Mal gelaufen ist, nicht okay für dich war?“ – „Nein, habe ich nicht“, entgegnet Petra etwas kleinlaut. Was würden Sie anstelle von Petra tun?

So würde Gerit K. handeln:

„Ich würde mich in einer ruhigen Minute mit Martha zusammensetzen und ihr noch einmal sagen, wie toll ich es von ihr finde, dass sie mich vertritt. Nebenbei würde ich ihr noch einmal ein paar Tipps geben, wie alles bei mir organisiert ist.
Begründung: Wenn ich die Urlaubsvertretung der Kollegin bereits im Vorfeld sehr wertschätze, wird sie sich vielleicht besondere Mühe geben und mehr wegarbeiten.“

Das würde Kirstin S. tun:

„Auch ich würde mich mit Martha zusammensetzen. Das hätte ich im Übrigen schon gleich nach der ersten Urlaubsvertretung gemacht. Ich würde ihr ehrliches Feedback geben und ihr sagen, was wirklich toll an ihrer Arbeit war, aber auch, was ich nicht so gut gefunden habe. Und ich würde sie fragen, ob die Arbeit zu viel war.
Begründung: Nur so finde ich die Ursache heraus, und auch Martha weiß, was sie in Zukunft besser machen kann. Direktes konstruktives Feedback ist in den meisten Fällen die beste Lösung.“

Das meint Andrea A.:

„Ich würde mich schlichtweg dagegen wehren, Martha noch einmal als Urlaubsvertretung zu bekommen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schlimm es ist, nach dem Urlaub Berge von Arbeit bewältigen zu müssen.
Begründung: Wenn ich die Vertretung für eine Kollegin übernehme, gebe ich mein Bestes. Das Gleiche erwarte ich von meinen Kolleginnen. Ich finde: So viel Kollegialität muss sein.“

 

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