Alles, was Sie wissen müssen, um „als“ und „wie“ korrekt zu verwenden


Hier noch mal die wichtigsten Regeln zur korrekten Anwendung:

bei einem Vergleich, wenn die Grundform eines Adjektivs oder Adverbs verwendet wird: Grete ist so groß wie Paul. bei einem bildhaften Vergleich auch ohne Adjektiv oder Adverb: Er benahm sich wie die Axt im Walde. zur Beispielstellung: Keiner ist wie er. artvergleichend: Man behandelte es wie ein streng geheimes Thema (das Thema ist nicht streng geheim, wird aber als solches behandelt). 

„als“ steht 

  • bei einem Vergleich, wenn der Komparativ benutzt wird: Grete ist größer als Paul. 
  • bei einem irrealen oder hypothetischen Vergleich: Sie führt sich auf, als sei sie die Kaiserin von China. 
  • zur Identifizierung: Sie arbeitet als Sekretärin. 

  • spezifizierend: Man behandelte das Thema als „streng geheim“ (das Thema ist streng geheim, und so wird es auch behandelt).
  • nach anders, entgegengesetzt, keiner, nichts, niemand 
oder umgekehrt: Es lief anders als erwartet. 
  • bei temporalem Gebrauch, um ein vergangenes Geschehen zu beschreiben: Er sah auf, als sie ins Büro 
kam. 

In den folgenden Verbindungen sind beide Formen korrekt:

  • sowohl als auch/sowohl wie auch

  • so bald als möglich/so bald wie möglich
  • so wenig als möglich/so wenig wie möglich
  • doppelt so ... als .../doppelt so ... wie ... 

Folgt nach „sowohl“ eigentlich der Singular oder der Plural? 

Ist „Sowohl das gelbe Kissen als auch das rote Kissen gefallen mir sehr gut.“ richtig? 

Oder muss es heißen „Sowohl das gelbe Kissen als auch das rote Kissen gefällt mir sehr gut.“? 

Die Frage ist, ob nach „sowohl ... als auch“ der Singular steht, also „gefällt“, oder der Plural, also „gefallen“. Die Antwort lautet: Das Verb steht üblicherweise im Plural, der Singular ist auch möglich und richtig. Wenn mindestens eines der Substantive, die durch „sowohl ... als auch“ verbunden sind, im Plural steht, muss auch das Verb in den Plural gesetzt werden: „Sowohl die gelben Kissen als auch das rote Kissen gefallen mir sehr gut.“ 

Wie sieht es nach „oder“ aus? 

Manchmal ist es gar nicht so einfach zu entscheiden, ob ein Verb im Singular oder im Plural stehen muss. Was ist mit folgendem Beispiel? 

„Er oder ich kommen morgen vorbei.“ Oder müssen Sie doch „Er oder ich komme morgen vorbei.“ sagen? Die Regel lautet: Bei „oder“ orientiert sich das Verb nur an dem letzten Bestandteil des Subjekts: „Er oder ich komme morgen vorbei.“ Gleiches gilt auch beim Gebrauch von „weder ... noch“. 

Testen Sie Ihr Wissen: 

Aufgabe 1: Welcher Satz ist grammatikalisch korrekt? 

a) Der Chef oder sein Stellvertreter wird dich abholen. 

b) Der Chef oder sein Stellvertreter werden dich abholen. 

Aufgabe 2: Der folgende Satz enthält eine Verknüpfung mit „sowohl ... als auch“. Muss das Verb im Singular oder im Plural stehen? 

a) Singular: Sowohl der Vorstand als auch der Betriebs- rat hat sich für die neuen Verträge ausgesprochen.

b) Plural: Sowohl der Vorstand als auch der Betriebsrat haben sich für die neuen Verträge ausgesprochen. 

c) Singular oder Plural, beide Versionen sind grammatikalisch korrekt: Sowohl der Vorstand als auch der Betriebsrat hat/haben sich für die neuen Verträge ausgesprochen. 

Aufgabe 3: Welche Antwort ist richtig? 

a) Sowohl die Vorschläge von Frau Berg als auch der Vorschlag von Herrn Braun gefällt mir sehr gut. 

b) Sowohl die Vorschläge von Frau Berg als auch der Vorschlag von Herrn Braun gefallen mir sehr gut. 

c) Beide Versionen sind grammatikalisch korrekt: Sowohl die Vorschläge von Frau Berg als auch der Vorschlag von Herrn Braun gefällt/gefallen mir sehr gut. 

Lösungen:

1a, 2c, 3b