Warum Sie auf vertrauliche Briefe und E-Mails aus Afrika auf keinen Fall antworten sollten!


Als ich die Januar Ausgabe des Newsletters Office Korrespondenz aktuell gelesen habe, blieb ich an dem folgenden Beitrag hängen. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass diese Masche immer noch funktioniert.

I humbly wish to seek your assistance in a matter that is very important and needs utmost trust and confidence.
(Ich bitte Sie demütig um Hilfe in einer sehr wichtigen Angelegenheit, die äußerste Vertraulichkeit und Diskretion erfordert.)

Vertrauliche Briefe und E-Mails aus Afrika: Die 15 Jahre alte Betrugsmasche geht in eine neue Runde

In regelmäßigen Abständen erhalten deutsche Firmen vertrauliche Briefe und E-Mails aus Afrika, augenscheinlich von einer hochgestellten Persönlichkeit aus Nigeria, Ghana, Sierra Leone oder sonst einem schwarzafrikanischen Land. Abgefasst in - manchmal holprigem, oft ausgesucht höflichem - Englisch oder Deutsch erwecken diese angeblich vertraulichen Briefe und E-Mails den Eindruck, der Empfänger sei wegen seiner unbedingten Vertrauenswürdigkeit sorgfältig ausgewählt worden. Er soll sein Konto zur Verfügung stellen, um den Transfer von 20 bis 45 Millionen US-Dollar (!) zu ermöglichen. Die Gelder - angeblich aus Familienschätzen, Lotteriegewinnen oder unverhofften Erbschaften - müssen angeblich wegen der unsicheren politischen Lage umgehend außer Landes geschafft werden. Bis zu 30 Prozent Provision winken für die Hilfe. Klingt das nicht verlockend? Ist es aber nicht!

Denn Vorsicht: Hinter solchen angeblich vertraulichen Briefen und E-Mails aus Afrika stecken Verbrecher, die der Polizei bereits einschlägig als "Nigeria Connection" bekannt sind. Seit etwa 15 Jahren verschicken sie ihre kriminelle Werbung und haben damit - unglaublich aber leider wahr - offenbar auch heute noch Erfolg. In der harmlosesten Variante zahlte das Opfer mehrere tausend Euro "Vorschüsse" für Transaktionskosten, Schmiergelder, Gebühren etc. Im schlimmsten Fall - und auch das gab es schon - wird das Opfer zur vermeintlichen Unterzeichnung wichtiger Dokumente nach Afrika gelockt, entführt und nur gegen Lösegeld wieder freigelassen. Die versprochene Provision bleibt natürlich aus!

Antworten Sie auf keinen Fall auf angeblich vertrauliche Briefe und E-Mails aus Afrika!

Antworten Sie nie! Auch nicht mit einer freundlichen Absage! Den Tätern reicht Ihre Adresse, Bankverbindung (steht auf Ihrem Briefbogen) und Unterschrift (steht unter Ihrer Antwort), um Ihr Konto abzuräumen oder Ihre Daten für andere kriminelle Machenschaften zu missbrauchen, etwa für die Fälschung von Vollmachten oder Visagesuchen. Werfen Sie solche Anfragen immer sofort in den Papierkorb!

Mein Tipp: Es ist zwar viele Jahre her, aber die Agentur in der ich damals gearbeitet habe, wurde - obwohl wir nicht auf diesen vertraulichen Brief aus Afrika geantwortet haben - Opfer dieser Machenschaften. Kontrollieren Sie in den Wochen nachdem Sie solch einen Brief oder eine E-Mail erhalten haben, ganz besonders sorgfältig die Kontoauszüge. Sobald Sie hier irgendwelche Unstimmigkeiten entdecken, setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank in Verbindung. Meine damalige Chefin wurde schon ziemlich blass, als sie "ihre" Unterschrift auf der Kopie des gefälschten Überweisungsträger gesehen hat.