Welche Regeln gelten für Geschenke im Geschäftsleben?


Im Geschäftsleben sollte Ihr Geschenk auf gar keinen Fall den Verdacht der Vorteilsnahme oder der Bestechung erwecken.

Geschenke-Regel 1: Keine Bestechung!

Geschenke bis 35 Euro sind steuerlich absetzbar und dürfen von den meisten Geschäftspartnern sicherlich ohne schlechtes Gewissen angenommen werden. In einigen Unternehmen gibt es eine Meldepflicht: Ab einem bestimmten Wert müssen Geschenke in der Firma gemeldet werden, um Unterstellungen im Nachhinein zu vermeiden. Im öffentlichen Dienst herrschen sehr strenge Regeln: Beamte dürfen Belohnungen und Geschenke nur mit Zustimmung des Dienstherrn annehmen.

Wie Sie mit aktueller Geschenke-Etikette Stil, Geschmack und Zeitgeist beweisen, lesen in Der große Knigge.

Fragen Sie gegebenenfalls nach, wie die Regelungen sind, um Unannehmlichkeiten für Ihren Geschäftspartner oder für Sie selbst zu vermeiden. Wo die Vorteilsnahme beginnt, bestimmen die firmen- bzw. behördeninternen Richtlinien.

Geschenke-Regel 2: Keine Werbung

Ungeeignet sind Werbegeschenke, die der Bekanntmachung der eigenen Firma dienen. Verzichten Sie beim Schenken auf Selbstdarstellung. Wenn nicht vermeidbar, dann sollte die Werbebotschaft dezent und auf den ersten Blick nicht zu sehen sein. Das Geschenk an sich sollte repräsentativ und kein Streu- oder Schnäppchen-Artikel sein.

Geschenke-Regel 3: "Made in Germany"

Besonders gut kommt es an, wenn Ihr Geschenk in Deutschland gefertigt wurde. Nicht nur, dass es die deutsche Wirtschaft unterstützt: Regionale Geschenke sind ein Gegen-Trend zur Globalisierung und wieder "in". Der Beschenkte ist sicher, dass keine Kinderhände das Geschenk im Akkord hergestellt haben und kann sich mit gutem Gewissen daran erfreuen.

Geschenke-Regel 4: Nur neutrale Geschenke

Geschenke wie Schmuck, Kosmetika oder Parfüm sind zu persönlich und im Geschäftsleben ungeeignet. Kaufen Sie besser unverfängliche Geschenke,  an denen sich Männer und Frauen gleichermaßen erfreuen können. So beugen Sie Peinlichkeiten und Missverständnissen vor.

Viele Ideen hierzu finden Sie in Der große Knigge im Kapitel G23 "Geschenke-Knigge" ab Seite 17.

Wann überreicht man das Geschenk?

Oft werden Geschenke zu Beginn des Zusammentreffens überreicht. Es ist aber auch möglich, das Geschenk beim Abschied zu übergeben. Im Geschäftlichen können Sie kleine Gastgeschenke auch im Hotelzimmer oder im Besprechungsraum auf den einzelnen Plätzen deponieren.

Drücken Sie beim Überreichen des Geschenks Wertschätzung für Ihr Gegenüber, aber auch für sich selbst und das Gastgeschenk aus. Vermeiden Sie Sätze, die Sie selbst oder das Geschenk abwerten. Etwa: "Ich weiß nie, was ich schenken soll." Oder: "Vielleicht habe ich zufällig bei der Geschenkwahl Glück gehabt." 

Sie haben sich Gedanken gemacht. Überreichen Sie Ihr Geschenk also selbstbewusst, schauen Sie Ihrem Gegenüber dabei in die Augen: "Aus sicherer Quelle habe ich erfahren, woran Sie sich erfreuen." Oder: "Ich wünsche Ihnen viel Freude mit diesem Geschenk."