Quiz: Wie gut meistern Sie den Umgang mit internationalen Geschäftspartnern?


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Andere Länder, andere Sitten: Für Ihre Arbeit als Assistentin ist es unerlässlich, dass Sie kulturelle Besonderheiten kennen und berücksichtigen. Denn Sie wissen es selbst: Ihr Gespür für kulturelle Unterschiede und Erwartungen kann über Erfolg und Misserfolg einer Kooperation oder einer Verhandlung entscheiden. Testen Sie daher Ihre interkulturelle Kompetenz, und erfahren Sie in diesem Beitrag, welche kulturspezifischen Aspekte im „Global Business“ besonders wichtig sind. 

Was tun Sie beziehungsweise Ihr Chef in den folgenden Situationen?

Im Folgenden sind beispielhaft drei Situationen beschrieben, in denen es darauf ankommt, dass Sie, aber auch Ihr Chef die kulturellen Besonderheiten kennen und darauf eingehen. Wie würden Sie jeweils vorgehen beziehungsweise was würden Sie Ihrem Chef empfehlen? Bei manchen Fragen sind mehrere Antworten möglich.

1. Anruf aus China

Obwohl Ihr Chef Ihnen gesagt hat, dass er für niemanden zu sprechen sei, denken Sie darüber nach, ihm einen chinesischen Kunden durchzustellen. Sollen Sie durchstellen und Ihren Chef davon überzeugen, das Telefonat entgegenzunehmen? Und wie sollte Ihr Chef dann reagieren?

a) Sie befürchten, dass Sie den Kunden verprellen, wenn Sie ihn nicht durchstellen, und bitten Ihren Chef, das Telefonat anzunehmen.

b) Sie vertrösten den Anrufer. Ein chinesischer Geschäftsmann hat selbst viel zu tun und weiß, wie es ist, wenn man beschäftigt ist.

c) Ihr Chef sollte sich bei Ihnen bedanken, dass Sie ihm das Gespräch trotz seiner gegenteiligen Anweisung durchgestellt haben.

d) Sie bitten den Anrufer, seinen Wunsch kurz per E-Mail zu formulieren.

2. Small Talk mit britischen Gentlemen

Sie empfangen zwei britische Geschäftspartner und leiten das Gespräch mit Small Talk ein, bevor Sie zum Geschäftlichen kommen. Welche Themen sind gut geeignet?

a) Sie sprechen über das Wetter.

b) Sie lenken das Gespräch auf das Thema Fußball und betonen, wie sehr Sie sich auf die Weltmeisterschaft freuen.

c) Sie testen den berühmten britischen Humor und erzählen einen schlüpfrigen Witz über die Queen.

3. Bankettessen mit muslimischen Geschäftspartnern

Sie organisieren ein Essen, bei dem auch muslimische Geschäftspartner anwesend sein werden. Welche Besonderheiten sind bei der Auswahl der Getränke und des Menüs zu beachten?

a) Da strenggläubige Muslime keinen Alkohol trinken, darf auf der Veranstaltung kein Alkohol ausgeschenkt werden.

b) Bei der Zubereitung der Speisen darf keine Gelatine verwendet werden. Auch Schweinefleisch ist tabu.

c) Ihre muslimischen Gäste freuen sich besonders, wenn das Hauptgericht aus einem Rindersteak besteht, das noch blutig ist.

d) Nur geschächtetes Fleisch ist bei Muslimen erlaubt.

Die Auflösung: So gehen Sie respektvoll und höflich auf kulturelle Unterschiede ein

1. Stellen Sie den Anruf aus China durch

Die beste Lösung ist Antwort a) in Kombination mit c). Sie sollten das Gespräch auf jeden Fall durchstellen und Ihren Chef davon überzeugen, es anzunehmen. Den Kunden um eine E-Mail zu bitten, ist keine gute Idee. Schließlich wissen Sie, dass chinesische Geschäftspartner sich kurzfassen.

Wichtige Information für Ihren Chef: Er sollte sich nicht zurückgesetzt fühlen, wenn der chinesische Geschäftspartner am Telefon nur wenige Minuten Zeit für ihn hat. Sehr kurze Telefonate sind im chinesischen Geschäftsalltag keine Unhöflichkeit, sondern gang und gäbe.

Erinnern Sie vorher an einen Telefontermin

Haben Sie einen Telefontermin mit einem chinesischen Geschäftspartner vereinbart? Erinnern Sie Ihren Chef daran, indem Sie den Termin am Vortag oder einige Tage vorher per E-Mail bestätigen und weitere Einzelheiten zu den Besprechungsdetails nennen. Durch die Erinnerung steigt die Bedeutung des Termins.

Mein Tipp: Mit einer informativen Erinnerungs-E-Mail an Ihren Chef, die die Besprechungsdetails und die aktuelle Agenda enthält, liegen Sie nicht nur bei chinesischen Geschäftspartnern, sondern immer richtig.

2. Keine Witze über die Queen!

Hier sind die Antworten a) und b) korrekt. In England wird gern und viel über das Wetter geredet. Sie müssen also nicht befürchten, mit diesem Thema als einfallslos zu gelten. Geeignet ist auch das Thema Sport, zum Beispiel Fußball.

Selbstverständlich sollten Themen wie das ominöse Wembley-Tor von 1966 oder die Probleme mit englischen Hooligans außen vor bleiben.

Sport verbindet

Sprechen Sie lieber über die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr oder die zurückliegenden olympischen Spiele in Brasilien. Die Überleitung dazu, dass London Gastgeberstadt der olympischen Spiele 2012 war, liegt nahe.

Kultur: ja, Privates: nein

Wie in Deutschland sind auch in England Kunst, Kultur und Kulinarisches dankbare Themen, sofern Sie sich auf diesen Gebieten auskennen. Auch eine fürsorgliche Frage nach der Anreise oder der Zufriedenheit zum Beispiel mit dem Hotel ist höflich.

Doch Vorsicht bei Fragen nach dem Familienstand: Während es zum Beispiel in Asien und Südeuropa sehr verbreitet ist, sich nach der Familie zu erkundigen, ist das in Mittel- und Nordeuropa weniger üblich!

Profilierung ist bei den Briten verpönt

Briten sind berühmt für ihr Understatement. Small-TalkThemen, die offensichtlich der Profilierung dienen und den finanziellen Hintergrund der Anwesenden ansprechen, sind verpönt. Ihr Chef sollte sich also mit seinem Stolz über seinen neuen Firmenwagen zurückhalten.

Andere Länder schätzen Statussymbole

Anders in Russland und vielen asiatischen Ländern: Hier wird Besitz unmittelbar mit wirtschaftlichem Erfolg assoziiert und gern gezeigt. Man demonstriert seinen Wohlstand, redet über Statussymbole, hat Anerkennung und Bewunderung dafür übrig. Gespräche über den brandneuen prestigeträchtigen Dienstwagen oder den letzten Urlaub auf der Luxusyacht werden dort zum Beispiel nicht als Prahlerei gewertet.

Keine Scherze über das Königshaus

Briten sind für einen guten Witz bekanntlich durchaus zu haben. Allerdings schätzen sie das britische Königshaus sehr, sodass sich Witze über die Queen nicht als „Eisbrecher“ eignen. Scherzen Sie lieber über ein anderes Thema.

3. Religiös bedingte Ernährungsvorschriften

Korrekt ist Antwort b) sowie bei strenggläubigen Muslimen Antwort d). Die meisten Ernährungsvorschriften haben einen religiösen Ursprung, die Auslegung dieser Vorschriften kann variieren und individuell unterschiedlich sein. Nicht jeder Muslim hält sich an das religiöse Alkoholverbot, nicht jeder Christ isst freitags Fisch, und auch nicht jeder Hindu ist Vegetarier. Selbstverständlich können Sie Ihre Gäste um Auskunft bitten, wie strikt sie die religiösen Vorschriften befolgen. Allerdings müssen Sie wissen, wo die Fettnäpfchen lauern könnten, um nicht hineinzutreten.

Verpflegung muslimischer Gäste

Der Islam verbietet den Verzehr von Schweinefleisch, Blut und nicht rituell geschlachtetem Fleisch generell. Das Tier muss geschächtet werden, damit sein Fleisch als rein und damit essbar gilt. Zwar ist Schächten in Deutschland gesetzlich verboten, es ist jedoch erlaubt, Fleisch geschächteter Tiere aus dem Ausland einzuführen. Vereinbaren Sie mit dem Restaurant rechtzeitig, diese Sorte Fleisch zu besorgen.

Gelatine

Gelatine, die in der europäischen Küche häufig zur Zubereitung von Süßspeisen eingesetzt wird, wird in der Regel aus Schweineknochen hergestellt. Sie ist damit sowohl für Juden als auch für Muslime tabu!

Alkohol

Des Weiteren ist für den strenggläubigen Muslim Alkohol tabu, und auch das Rauchen ist zwar nicht verboten, es gilt aber als verpönt. Das bedeutet nicht, dass die anderen Gäste auf ein Gläschen Wein zum Essen verzichten müssen. Lassen Sie ruhig Wein zum Essen anbieten, ohne Ihre muslimischen Gäste zum Alkoholkonsum zu nötigen.

Nadine Effert