So gehen Sie am besten mit Kritik um


Kritik ist wohl nie leicht. Egal, ob Sie einen Ihrer Kollegen ein konstruktives Feedback geben wollen oder Sie von Ihrem Vorgesetzten Kritik annehmen müssen. Es ist und bleibt unangenehm, denn:

Sowohl Kritik anzunehmen als auch Kritik auszusprechen, kostet nun mal Überwindung. 

Hier einige allgemein gültige Regeln zum Thema Kritik, die Sie grundsätzlich beherzigen sollten.

Umgang mit Kritik: So kritisieren Sie richtig:

1. Kritisieren Sie stets so, wie Sie auch selbst kritisiert werden möchten

2. Vermeiden Sie pauschale Anschuldigungen, die persönlich sind:

  • „Bei Ihnen klappt ja nie etwas!“
  • „Ein Organisationstalent sind Sie aber wirklich nicht!“

3. Eröffnen Sie ein Kritikgespräch immer positiv, z.B. mit einer ehrlichen Anerkennung: 

  • „Ihre Präsentation gestern hat mir wirklich sehr gut gefallen ...“

4. Äußern Sie erst anschließend Ihre Kritik:

  • „Heute hat eine Kundin bei mir angerufen, die sehr ungehalten war. Sie sagt, Sie hätten auf ihre mehrmaligen E-Mails und Anrufe nicht reagiert, obwohl …“

5. Hören Sie sich die Ausführungen der kritisierten Person in Ruhe an.

6. Bleiben Sie freundlich und vor allem ruhig, aber dennoch bestimmt, vor allem dann, wenn die Person aggressiv reagiert.

7. Betonen Sie Ihre Kooperationsbereitschaft:

  • „Ich bin mir sicher, dass wir die Angelegenheit gemeinsam schnell in Ordnung bringen werden.“

8. Versuchen Sie, gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten:

  • „Welche Wege sehen Sie, wie wir die Kundin besänftigen und zufrieden stellen können?“

9. Beenden Sie das Gespräch positiv: 

  • „Ich freue mich, dass wir so offen miteinander sprechen konnten.“

 

Umgang mit Kritik: So reagieren Sie richtig

1. Wehren Sie sich gegen Ihren Instinkt sich zu verteidigen

Wenn Sie spontan erregt oder aufgebracht sind, weil Sie kritisiert werden, versuchen Sie, bewusst dagegen zuarbeiten.

Tipp: Sprechen Sie eher leiser als lauter, und atmen Sie ruhig und gleichmäßig durch. Begegnen Sie einer Kritik erst einmal grundsätzlich mit der Einstellung:

  • „Mein Gegenüber schildert gerade seine Sichtweise. Die muss noch lange nicht zutreffen. Ich habe mein Bestes getan.“

Wenn Sie Ihre Gefühle trotzdem nicht in den Griff bekommen, antworten Sie Ihrem Gegenüber:

  • „Ich habe Ihre Anmerkungen zur Kenntnis genommen. Lassen Sie mich darüber nachdenken. Können wir uns morgen Vormittag noch einmal in aller Ruhe darüber unterhalten, um eine zufrieden stellende Lösung zu finden?“

2. Fragen Sie immer nach, wenn Sie etwas nicht verstehen

Wenn Ihnen nicht alles klar ist, fragen Sie nach, ruhig und sachlich:

  • „Sagen Sie mir bitte, was genau an den Unterlagen für Sie nicht in Ordnung war.“ 

3. Beurteilen Sie die Kritik

Versuchen Sie, die Ihnen entgegengebrachte Kritik dahingehend zu beurteilen, ob sie gerechtfertigt, konstruktiv oder verletzend ist.  

So reagieren Sie, wenn die Kritik an Ihnen berechtigt ist:

Wenn Sie einsehen, dass die Kritik an Ihnen nicht unberechtigt ist, stimmen Sie der Kritik zu und bedanken sich für die konstruktive Anregung.

Denn: Schließlich konnten Sie davon profitieren. Und wohlmeinende Kritik signalisiert immer, dass Ihr Gegenüber Interesse an Ihnen hat.

So reagieren Sie, wenn Sie mit der Kritik nicht einverstanden sind:

Erläutern Sie auf alle Fälle auch Ihren Standpunkt, vor allem dann, wenn Sie mit der Kritik nicht einverstanden sind:

  • „Ich sehe Ihren Standpunkt. Aus meiner Sicht stellen sich die Dinge folgendermaßen dar: ...“

Tipp: Vergessen Sie dabei aber niemals die Sachebene. Verteidigen Sie sich nicht direkt, sondern hören Sie aufmerksam zu und beurteilen Sie die Kritik. Anschließend können Sie ruhig und sachlich Ihren Standpunkt vertreten. 

So reagieren Sie, wenn Ihr Gesprächspartner Sie persönlich angreift:

Wenn Ihr Gegenüber Sie beleidigt, reagieren Sie zuerst mit Unverständnis: 

  • „Wie bitte?“

Fährt Ihr Gesprächspartner mit seinen persönlichen Angriffen fort, werden Sie deutlich:

  • „Ich bin gerne bereit, mich mit Ihnen über die Angelegenheit zu unterhalten und konstruktiv darüber zu sprechen, aber erst dann, wenn wir beide eine sachliche Basis gefunden haben.“ 

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