Kann ich meinem Kollegen sagen, dass er unangenehm riecht?


... sein engster Arbeitskollege. Ich bin mir nicht sicher, ob es mir als Assistentin des Chefs zusteht, ein Gespräch mit dem Kollegen zu führen. Wie soll ich mich verhalten? Der Kollege merkt bereits, dass irgendetwas nicht stimmt, und fragt mich ständig, ob die Kollegen etwas gegen ihn haben. 

Assistenz & Sekretariat heute: Ich kann gut verstehen, dass Sie sich nicht wohl in dieser Situation fühlen. Tatsächlich ist es keine leichte Angelegenheit, weil Körpergeruch nach wie vor ein Tabuthema ist. Allerdings bin ich der Meinung, dass Sie etwas unternehmen sollten. Ihr Kollege hat bereits gemerkt, dass irgendetwas im Argen ist. Womöglich bezieht er es auf seine beruflichen Leistungen. Das wäre fatal. Die Folgen sind gar nicht auszudenken. Offensichtlich haben weder Vorgesetzte noch Kollegen bisher den Mut gehabt, das Gespräch zu führen. 

Ich rate Ihnen in diesem Fall, diese Aufgabe zu übernehmen. Suchen Sie eine ruhige Minute, im Idealfall kurz vor Feierabend. So kann Ihr Kollege nach diesem unangenehmen Gespräch nach Hause gehen und zunächst darüber nachdenken. 

Andeutungen und Hinweise würde ich vermeiden und das Thema direkt ansprechen. Etwa so: 

„Herr Müller, Sie haben mich in der Vergangenheit mehrfach angesprochen, ob Ihre Kollegen etwas gegen Sie haben. Ich kann Sie beruhigen, weder an Ihrer Arbeit noch an Ihrem Verhalten gibt es etwas auszusetzen. Dennoch gibt es einen Punkt, der die Zusammenarbeit mit Ihnen erschwert. Es ist Ihr Körpergeruch. Ich denke, Sie sollten wissen, worüber hier im Hause gesprochen wird. Wenn es sich um ein gesundheitliches Problem handelt, kann Ihr Arzt Ihnen sicher weiterhelfen. Sie können mich jederzeit ansprechen, wenn ich etwas für Sie tun kann.“ 

Mit dieser Ansprache lösen Sie eine Spannung, die ohnehin seit Langem in der Luft liegt. Ihr Kollege weiß jetzt, worum es geht. Auch wenn es unangenehm für ihn ist. Er kann jetzt selbst entscheiden, wie er mit dem Thema umgeht. Indem Sie den Arzt ins Spiel bringen, geben Sie zu verstehen, dass Sie nicht an seiner Körperhygiene zweifeln. Damit mildern Sie die Peinlichkeit für Ihren Kollegen etwas ab. Alles Weitere liegt in seiner Verantwortung. Mehr können Sie nicht tun. 

Sollte Ihr Kollege Sie barsch anreden, weil er sich angegriffen fühlt, antworten Sie ihm in normalem Ton: 

„Herr Müller, es lag mir fern, Sie anzugreifen. Ich wollte Sie lediglich informieren und zwischen Ihnen und Ihren Kollegen vermitteln. Ob Sie das Gespräch mit Ihren Kollegen suchen oder nicht, müssen Sie selbst entscheiden. Wie ich bereits sagte, unterstütze ich Sie in der Angelegenheit gern. Allerdings sind meine Möglichkeiten begrenzt."